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Ehrung Vereinsmeister 2011 Ernst Schuster und langjährige
Vorstandsmitglieder Dieter Scholz und Erhard Schlirf
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Fisch des Jahres 2012: Neunauge

Neunaugen, deren Entwicklung rund 400 bis 500 Millionen
Jahren zurückreicht, gehören zur ältesten, noch lebenden
Wirbeltierklasse der Erdgeschichte. Streng genommen zählen sie
nicht zu den „Fischen“, sondern zu den so genannten Rundmäulern.
Aufgrund von Schutzmaßnahmen haben sich die Neunaugenbestände in
unseren heimischen Gewässern in den vergangenen Jahren
allmählich erholt. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres soll aber
auch darauf hingewiesen werden, dass weitere Anstrengungen
unternommen werden müssen, um den Fortbestand der einzelnen
Arten zu sichern. In Deutschland gibt es vier Neunaugenarten:
Bach- und Flussneunauge, Ukrainisches Neunauge sowie das
Meerneunauge. Statt des gewöhnlichen Fischmauls mit Ober- und
Unterkiefer haben alle Arten einen kreisförmigen, innen
bezahnten Saugmund auf der unteren Seite des Kopfes. Der Körper
ist aalförmig und hat keine Schuppen. Die deutsche Bezeichnung
Neunauge ist sehr alt und entstand durch ungenaue Beobachtung
Die eigentlichen Augen, die nur einfach vorhandene Nasenöffnung
und die sieben, seitlich gelegenen Kiemenöffnungen erwecken bei
flüchtigem Betrachten den Eindruck, das Tier hätte neun Augen
auf jeder Körperseite. Alle Neunaugen laichen im Süßwasser ab
und kommen dort zur Welt. Während die Bachneunaugen das ganze
Leben im Süßwasser verbringen, handelt es sich beim Fluss- und
Meerneunauge um Wanderarten. Direkt nach der Umwandlung zum
erwachsenen Tier wandern sie ab in die Brackwasserregionen oder
ins Meer. Dort ernähren sie sich parasitisch, indem sie sich an
Fischen festsaugen und mit ihrem Zungenkopf die Haut aufraspeln.
Dabei nehmen sie Blut und Gewebeteile auf. Z. T. bohren sie sich
sogar bis in die Körperhöhle des Opfers vor. Im Gegensatz dazu
nehmen Bachneunaugen im erwachsenen Zustand keine Nahrung mehr
zu sich und werden somit auch nicht als Fischschädlinge
auffällig. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife erlischt bei
allen Arten die Nahrungsaufnahme. Zur Fortpflanzung steigen
Fluss- und Meerneunaugen oft mehrere hundert Kilometer in die
Flüsse zu ihren Laichgebieten auf (sog. Lang-Distanz Wanderer).
Im Frühling bilden sich Laichgesellschaften, die unter aktiven
Paarungsspielen Laichgruben ausheben, indem sie mit Hilfe des
Saugmaules Steine aufsammeln und entfernen. Nach dem Laichakt
sterben die Neunaugen an Entkräftung. Die geschlüpften blinden
Larven, Querder genannt, vergraben sich im Sand oder Schlamm.
Der Kopf bleibt frei und filtert feine Nahrungspartikel wie
Kleinlebewesen oder Pflanzenteilchen aus dem Wasser. Das
Larvenstadium ist die längste Phase im Leben der Neunaugen. Es
dauert mindestens fünf Jahre. Anschließend vollziehen die Tiere
einen erstaunlichen Gestaltwandel vom Larven- zum
Erwachsenenstadium. Im 19. Jahrhundert waren Neunaugen in
unseren heimischen Gewässern noch sehr häufig und weit
verbreitet. Sie wurden durch die Fischerei genutzt und waren als
Nahrungsmittel des Menschen bis ins 20. Jahrhundert beliebt.
Durch Verschmutzung und Verbau der Gewässer sind sie stark
zurückgegangen. Wo durch Regulierungen keine sandigen
Sedimentbänke mehr vorkommen, oder durch Aufstau kiesige
Laichplätze verloren gegangen sind und Sandbänke von Schlamm
überdeckt werden, verschwinden auch die Neunaugen. Hindernisse
wie Querverbauungen können sie nicht überwinden und auch so
manche Fischaufstiegshilfen nicht passieren. |